Unternehmensbarometer

90% Prozent der Betriebe fördern Mitarbeitergesundheit, sagt das von der DIHK veröffentlichte Unternehmensbarometer.

Das Thema Gesundheitsförderung sei in den Betrieben hierzulande angekommen, so das Barometer mit dem Titel „An Apple a Day …“, welcher auf rund 1.500 Antworten aus dem unternehmerischen Ehrenamt der IHK-Organisation beruht. Ihr zufolge unterstützen bereits 90%  der deutschen Betriebe die Gesundheit ihrer Mitarbeiter aktiv oder planen dies konkret.

Dabei seien auch die Kleinen am Puls der Zeit: Schon 40% der Betriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern messen dem Thema eine steigende Bedeutung bei. 35% der Umfrageteilnehmer beabsichtigen zudem, ihr bisheriges Engagement in den kommenden fünf Jahren noch zu verstärken.

Im Einzelnen bieten oder planten 70% der Betriebe eine gesundheitsgerechte Ausstattung der Arbeitsplätze. Hierunter fallen beispielsweise ergonomische Bürostühle, Stehpulte, verstellbare Arbeitsplatten oder spezielle Fertigungsbänke. Als weitere Aktivitäten wurden Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen am Arbeitsplatz, Sport und Bewegungsangebote oder Ernährungsberatung benannt.

Verstärkt auf der Agenda stehe auch das Thema psychische Gesundheit. Die Zahl entsprechender Diagnosen und Krankschreibungen steigt. Mit Blick auf die vielfältigen Einflussfaktoren sei es jedoch verfehlt, das Arbeitsumfeld alleine für diese Entwicklungen verantwortlich zu machen. Dennoch scheinen einige Betriebe (26%) bemerkenswert aktiv in dieser Richtung und bieten Kurse zur Stressbewältigung an.

Gleichzeitig geht aus dem Unternehmensbarometer hervor, dass 90% der Betriebe weitere gesetzliche Regelungen ablehnen. Mehr Informationen und größere organisatorische beziehungsweise finanzielle Unterstützung würden dagegen vielfach gewünscht.

Viele Unternehmen übernähmen Verantwortung im Rahmen ihrer Möglichkeiten und wüßten, dass sie im Einsatz um knapper werdende Fachkräfte auf motivierte und gesunde Mitarbeiter setzen müssen.

Mitarbeitergesundheit in der Fläche

Soweit zu den Umfrageergebnissen, die ich nicht in Abrede stellen möchte. 90% der befragten Unternehmen mögen schon gut aufgestellt gewesen sein. Um aber zu dem Ergebnis zu kommen, dass das Thema „Gesundheitsmanagement“ in der Fläche in Unternehmen angekommen ist, braucht es meines Erachtens noch etwas mehr als 90% von 1.500 befragten Unternehmen.

Was also kann ein Unternehmen tun, wenn es sich ernsthaft mit dem Thema Mitarbeitergesundheit befassen möchte.

10 seriöse Tipps dazu:

  1. Kleben Sie nicht nur ein Pflaster drauf. Wenn Sie es machen, machen Sie es gründlich!

Es ist eben nicht damit getan, einmal im Jahr einen Gesundheitstag anzubieten und im Übrigen alles beim Alten zu belassen. Wenn Sie an den positiven Aspekten eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements partizipieren möchten, müssen Sie ein echtes BGM einführen.

2. Fangen Sie mit den gesetzlichen Grundlagen wie Betriebliche Wiedereingliederung (BEM) und Gefährdungsbeurteilung (psychische) an.

Alleine diesen beiden gesetzlichen Tools bieten viele Chancen, das Umfeld in Ihrem Unternehmen positiv zu verbessern und zu gestalten. Begleitet durch eine entsprechende Kommunikation werden Ihre Mitarbeiter Ihre gute Absicht mit Sicherheit anerkennen.

3. Überlegen Sie sich, welche Ziele Sie mit dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) erreichen wollen.

Viele Maßnahmen erscheinen oft etwas „verloren“. Ihnen fehlt die Strategie. Ein echtes BGM unterstützt die von Ihnen gesteckten Ziele in Ihrem Unternehmen.

4. Definieren Sie die Verantwortlichkeiten.

Was für andere Projekte in Ihrem Hause gilt, sollte auch im BGM gelten. Ohne Verantwortlichkeiten wird dieses Thema ohne Erfolge „versickern“.

5. Hinterfragen Sie Ihre bisherigen Maßnahmen (BGF) – zahlen sie auf das definierte Ziel ein?

Weniger ist manchmal mehr. Sie müssen nicht alles anbieten, was der Markt an Maßnahmen hergibt. Sie benötigen nur die richtigen Maßnahmen zur Erreichung des von Ihnen definierten Zieles.

6. Definieren und dokumentieren Sie Ihre Prozesse.

Was für Verantwortlichkeiten gilt, gilt auch hier. So können Sie auch in ein paar Jahren noch nachvollziehen, was wie zu laufen hat und warum.

7. Halten Sie die Kosten im Blick.

Auch BGM ist nicht zum Nulltarif zu haben. Bis sich die ersten positiven Effekte einstellen und die Kosten mit dem bis zu fünffachen amortisieren, schauen Sie einfach, ob Sie noch im gesteckten Budget unterwegs sind.

8. Binden Sie alle Beteiligten im Unternehmen mit ein.

Es ist gut alle Beteiligten an Bord zu haben und gemeinsam eine Strategie zu entwickeln.  Mitarbeitergesundheit geht alle an und sollte auch von allen gleichermaßen getragen werden. Binden Sie daher Betriebsräte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Schwerbehindertenvertretungen, Betriebsärzte und weitere relevante Personen in Ihre Überlegungen und Planungen ein.

9. Holen Sie sich externe Unterstützung, wenn nötig.

In den meisten Unternehmen fehlt es an Zeit, Ressourcen aber auch an Know-How bezüglich BGM. Für ein komplexes IT Projekt würden Sie sich im Zweifel doch auch Unterstützung einkaufen oder? Mit externer Beratung sparen Sie Zeit und vermeiden Fehler.

10. Seien Sie geduldig – BGM ist ein Marathon und kein Sprint.

Das ist eine bittere Pille, ich weiß. Aber Krankheitsquoten senken sich nicht über Nacht. Ausserdem geht es um die Veränderung von Verhalten und Verhältnissen. Wer einmal versucht hat, sich selbst eine schlechte Gewohnheit abzugewöhnen, ahnt, wovon ich spreche. Wenn Sie das auf den Unternehmenskontext übertragen, erscheint die Herausforderung ungleich höher zu sein, nicht wahr?!

Ist das Thema „Mitarbeitergesundheit“ in Ihrem Unternehmen bereits angekommen? Wenn ja,  freue ich mich, wenn meine Tipps Sie zum „weiterlaufen“ ermutigen. Wenn nicht, freue ich mich, wenn meine Tipps Sie zum „loslaufen“ motivieren.

Sie wünschen sich regelmäßig Anregungen, Praxistipps und Artikel rund um die Themen Betriebliches Gesundheitsmanagement und Unternehmensgesundheit? Dann tragen Sie sich hier für unseren monatlichen Newsletter ein (eine Abmeldung ist jederzeit möglich):

A. Thranberend

Angélique Thranberend ist Dipl. Wirtschaftsjuristin (FH) mit 15 jähriger Erfahrung als Personalmanagerin in diversen Branchen, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Entspannungs- und Hypnosetherapeutin sowie zertifizierter Coach. Sie setzt sich mit voller Kraft für die Verbesserung der Arbeitswelt ihrer Klienten ein. Dazu arbeitet sie mit Unternehmen an der Schaffung von gesunden Rahmenbedingungen, die zum Erhalt der Leistungsfähigkeit und Motivation von Mitarbeitenden beitragen. Und sie zeigt Frauen in ihren Privaten Mentoring Programmen, wie sie sich ein BerufsLEBEN erschaffen, das wirklich zu ihnen paßt, sie ECHT sein und sie entlang ihrer Stärken und Werte leben und arbeiten läßt.

More Posts

Follow Me:
Flickr

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.