Orientierung im Begriffsdschungel

Wahrscheinlich kennen Sie das auch – Sie arbeiten sich in ein neues Thema ein, erst oberflächlich, dann immer detaillierter. Schließlich haben Sie das Gefühl, langsam einen Überblick zu gewinnen und dann das…Sie lesen etwas fachspezifisches, verstehen auf einmal nur noch Bahnhof, sind verunsichert bezüglich der Begrifflichkeiten und haben den Eindruck, eigentlich doch nichts verstanden zu haben.

Mir ist es so ergangen, als ich vor einigen Jahren begann mich mit dem Thema „Gesundheit in Unternehmen“ zu befassen.

Da schwirrten mir unendlich viele Begrifflichkeiten wie zum Beispiel Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), Verhaltens- und Verhältnisprävention und viele weitere verwandte Begriffe wild im Kopf herum.

Einmal „aufgedröselt“ wird der Blick dann auch rasch wieder klarer und die Einordung so mancher Lektüre zu diesen Themen wird wieder möglich.

Diese Verwirrung möchte ich Ihnen ersparen! Gerade dann, wenn Sie gerade erst anfangen, sich mit diesem spannenden Thema auseinander zu setzen.  Deshalb soll es in diesem Artikel darum gehen, Ihnen Orientierung im Begriffsdschungel an die Hand zu geben und Sie so dabei zu unterstützen, sich in dieser Thematik zurecht zu finden.

Worum geht es, wenn…?

…von Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) gesprochen wird

Im Bereich der BGF geht es um Maßnahmen, die von einem Unternehmen durchgeführt werden, um die Gesundheit von Mitarbeitern zu fördern. Dies können zum Beispiel Maßnahmen rund um die Themen Ernährung oder Bewegung sein.

Viele Krankenkassen bieten unzählige Maßnahmen zur Durchführung in Unternehmen an. Oftmals sind die Kosten für das Unternehmen überschaubar, da die Krankenversicherungen einen Großteil der Unkosten übernehmen.

… von Betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) gesprochen wird

Im Bereich des BGM geht es um weit mehr als um reine Maßnahmen. Es geht darum, die BGF sinnvoll in ein Gesamtkonzept einzubetten und den gesamten Themenkomplex in ein Managementsystem zu überführen. In der Praxis wird oft davon gesprochen, die Gesundheitsthematik auf die nächsthöhere Ebene zu heben. In der Regel fangen die meisten Unternehmen mit BGF an, stellen dann fest, dass die gewünschten Resultate ausbleiben und etablieren dann ein BGM.

Schaut man sich als Unternehmen auf dem Anbietermarkt um, ist diese getroffene Unterscheidung zwischen BGM und BGF, je nach Zielsetzung durchaus wichtig. Denn bei längst nicht jedem Anbieter ist auch BGM drin, wo BGM draufsteht!

… von Verhaltensprävention gesprochen wird

Bei der Verhaltensprävention geht es vor allem um das Verhalten des einzelnen Mitarbeiters, bezogen auf seine Gesundheiterhaltung. Biete ich zum Beispiel im Unternehmen eine Rückenschule an, ziele ich damit auf den Umgang mit der Rückengesundheit der Mitarbeiter ab. Das Unternehmen möchte das Verhalten in Bezug auf diese Thematik verbessern/beeinflussen.

Man kann also sagen, dass Maßnahmen -also der Bereich des BGF- allesamt der Verhaltensprävention dienen.

… von Verhältnisprävention gesprochen wird

Im Vergleich zur Verhaltensprävention und dem Verhalten der Mitarbeiter, spricht man von Verhältnisprävention, wenn man als Unternehmen auch die Verhältnisse verändern möchte. Sprich, die Rahmenbedingungen für die Beschäftigten, die mittelbar oder unmittelbar Einfluss auf die Gesundheit einer Belegschaft nehmen. Allem voran ist hier zum Beispiel das Thema Führung zu benennen aber auch arbeitsorganisatorische oder Arbeitsplatz gestalterische Fragen gehören in den verhältnispräventiven Bereich.

Man kann also sagen, dass der Bereich des BGM der Verhältnisprävention dient.

Was ist in diesem Zusammenhang noch wichtig zu wissen?

Einigen Experten geht der Begriff des BGM nicht weit genug. Abgesehen von der Tatsache, dass sich viele Begriffe mit der Zeit „abnutzen“, gehöre ich auch zu denjenigen, die der Meinung sind, dass, je nach Problemstellung im Unternehmen, BGM nicht ausreichend umfasst, um was es eigentlich geht.

Kürzlich las ich vom sogenannten Leistungsfähigkeitsmanagement, in dessen Betrachtung BGM nur ein Baustein im Gesamtbild sein soll. Sie ahnen, worum es geht, wenn vom Erhalt oder der Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter gesprochen wird. Die gesamte Thematik „Gesundheit im Unternehmen“ bekommt damit noch einmal eine ganz andere Dimension, weil viel mehr Faktoren auf die Leistungsfähigkeit eines Mitarbeiters einwirken, als „nur“ die Gesundheit.

Ich selbst spreche, wenn es tatsächlich nicht ausschließlich um die Gesundheit von Mitarbeitern geht, gerne von Unternehmensgesundheit. Denn das ist es, worum es sich letztlich handelt – gesunde Unternehmen! Dies umfasst weit mehr, als „nur“ eine gesunde Belegschaft – wenngleich, sich darum zu kümmern, in vielen Unternehmen schon einmal ein guter Anfang wäre.

Welcher Begriff würde den Stand der Dinge in Ihrem Unternehmen am besten wiederspiegeln? Arbeiten Sie noch am Verhalten des Einzelnen oder haben Sie bereits die nächste Ebene in Angriff genommen? Geht es Ihnen um Mitarbeitergesundheit oder denken Sie schon weiter  und nehmen die Unternehmensgesundheit in den Blick?

A. Thranberend

Angélique Thranberend ist Dipl. Wirtschaftsjuristin (FH) mit 15 jähriger Erfahrung als Personalmanagerin in diversen Branchen, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Entspannungs- und Hypnosetherapeutin sowie zertifizierter Coach. Sie setzt sich mit voller Kraft für die Verbesserung der Arbeitswelt ihrer Klienten ein. Dazu arbeitet sie mit Unternehmen an der Schaffung von gesunden Rahmenbedingungen, die zum Erhalt der Leistungsfähigkeit und Motivation von Mitarbeitenden beitragen. Und sie zeigt Frauen in ihren Privaten Mentoring Programmen, wie sie sich ein BerufsLEBEN erschaffen, das wirklich zu ihnen paßt, sie ECHT sein und sie entlang ihrer Stärken und Werte leben und arbeiten läßt.

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