Das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) wird nach wie vor heiß diskutiert.

Auf immer neuen Veranstaltungen, Kongressen, Business Lunches und Frühstücken fachsimpeln vor allem die BGM Anbieter über das Thema. Oft bleiben Sie dabei unter sich, weil sich nämlich immer weniger Personaler, Geschäftsführer oder sonstige Verantwortliche aus Unternehmen dort blicken lassen.

Und auch in der Unternehmenspraxis sieht es „mau“ aus, wenn es um betriebliches Gesundheitsmanagement geht: Bei einer großen Zahl der Entscheidungsträger in Unternehmen scheint das Thema einfach keine Rolle mehr zu spielen.

Oft erlebe ich in der Praxis, dass das BGM unter „reine Personalmarketing-Maßnahme“ einsortiert wird und vor allem der Begriff BGM negativ besetzt ist. Einhellige Meinung scheint zu sein, dass betriebliches Gesundheitsmanagement nur Geld und Zeit kostet aber nichts bringt. Aufgrund dieser Ansicht haben sich viele Unternehmen wieder vermeintlich wichtigeren Management Themen zugewandt. BGM scheint zu einem „nice to have“ verkommen zu sein! Damit ist es als strategisches Instrument quasi tot, denn ohne Managementattention auf diesem Thema, werden keine Ressourcen zur Verfügung gestellt und ohne Ressourcen kann ein BGM nicht leben. Meist endet es irgendwo auf Sachbearbeiterebene, wo Einzelmaßnahmen initiiert und gesteuert werden.

Aber warum ist das so?

Den meisten Unternehmen scheint der Nutzen und die Relevanz eines betrieblichen Gesundheitsmanagements noch nicht deutlich geworden zu sein – trotz aller Veranstaltungen!  Das mag auch daran liegen, dass der Begriff an sich so inflationär genutzt wurde und dies auch in Zusammenhängen, die mit BGM nichts zu tun haben. Ich selbst habe schon in einem anderen Artikel darauf hingewiesen, dass BGM kein Selbstzweck ist und der Nutzen für Unternehmen deutlicher herausgearbeitet werden muß. Zum anderen wird immer wieder von BGM gesprochen, wenn eigentlich BGF – also die Betriebliche Gesundheitsförderung gemeint ist. Der BGM Begriff wurde „verbrannt“ von Anbietern, die gesundheitsförderliche Einzelmaßnahmen anbieten, sich aber als BGM Anbieter positionieren wollten. Siehe ergänzend dazu auch mein Artikel „Gesundheit in Unternehmen kann Jeder“. 

Andere Themen stehlen dem betrieblichen Gesundheitsmanagement die Show

Zudem haben andere Themen auf den Führungsetagen der Unternehmen derzeit eine viel höhere Bedeutung, so z.B. die Digitalisierung, Arbeit 4.0/NewWork, Fachkräftesicherung, Demografie-Management, Internationalisierung und Führungskultur.  Auf Veranstaltungen zu diesen Themen findet man oftmals hochrangige Unternehmensvertreter, wohingegen man auf den meisten BGM-Veranstaltungen kaum mehr Führungskräften begegnet.

Dabei sind, wenn man sich die Krankenstatistiken der Krankenkassen ansieht, psychische Erkrankungsarten auf dem Vormarsch. Die Digitalisierung fordert insbesondere ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heraus und belastet deren Gesundheit. Insofern ist auch der Bogen zum Demografie-Management geschlagen: Wie kann es im Zuge des drohenden oder schon existenten Fachkräftemangels und in Zeiten immer älter werdender Belegschaften gelingen, ältere Mitarbeitende gesünder, motivierter und länger im Unternehmen zu halten?

Aber auch das Finden und Binden von Fach- und Führungskräften hat viel mit BGM zu tun – Stichwort Arbeitgeberattraktivität, Burn-out Prävention, Gestaltung der Arbeitswelt und Entwicklung einer gesunden Führungskultur.

Nice to have

Die positiven Einflussmöglichkeiten eines BGM sind also wichtiger denn je, wenn Unternehmen sich den personellen Herausforderungen unserer Zeit, auf proaktive Art und Weise stellen möchten.

Solange BGM allerdings als eine nette Maßnahme verkauft wird, um Mitarbeitern etwas GUTES zu tun und man Praktikanten im sogenannten Feelgood Management beschäftigt, kann BGM nicht den Stellenwert für Unternehmen haben, den es haben sollte – nämlich als strategisches Personalinstrument!

Deshalb wird es Zeit für die richtige Positionierung des BGM!

Es braucht BGM Experten aus der Wirtschaft, die die Probleme der Unternehmen von innen heraus kennen und keine Absolventen aus Gesundheitsschulen, Yogalehrer, Ernährungsberater oder Therapeuten, die meinen BGM anzubieten, weil sie jetzt Kurse in Unternehmen abhalten.  Nichts für Ungut übrigens an dieser Stelle. Diese Kollegen leisten wertvolle und wichtige Arbeit! Aber es handelt sich eben um BGF, welches nur ein kleiner Teil im Gesamtkonstrukt eines strategischen BGMs ist!

Viele Großunternehmen haben den Wert von BGM für sich zumeist schon erkannt, deshalb richtet sich dieser Auf- und Weckruruf vor allem an kleine und mittelständige Betriebe. Hier besteht meines Erachtens noch großes Potential, das im Sinne des Unternehmens selbst und der Mitarbeiter ausgeschöpft werden darf.

In diesem Sinne ist ein BGM sogar brand aktuell und keineswegs tot, wie einige behaupten!

Wie kann ich Sie beim Aufbau Ihres strategischen BGM unterstützen? Welche Personalthemen möchten Sie mit BGM positiv beeinflussen oder gar lösen? Lassen Sie uns darüber reden. Hier geht es zu Vereinbarung eines kostenlosen online Strategiegesprächs mit mir.

A. Thranberend

Angélique Thranberend ist Dipl. Wirtschaftsjuristin (FH) mit 15 jähriger Erfahrung als Personalmanagerin in diversen Branchen, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Entspannungs- und Hypnosetherapeutin sowie zertifizierter Coach. Sie setzt sich mit voller Kraft für die Verbesserung der Arbeitswelt ihrer Klienten ein. Dazu arbeitet sie mit Unternehmen an der Schaffung von gesunden Rahmenbedingungen, die zum Erhalt der Leistungsfähigkeit und Motivation von Mitarbeitenden beitragen. Und sie zeigt Frauen in ihren Privaten Mentoring Programmen, wie sie sich ein BerufsLEBEN erschaffen, das wirklich zu ihnen paßt, sie ECHT sein und sie entlang ihrer Stärken und Werte leben und arbeiten läßt.

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