Mein persönliches Resümee  zur  ZEIT Konferenz am 28.11.2014 in Hamburg

Ich hatte vor einigen Tagen die große Freude, Teilnehmerin bei der Zeit Konferenz zum Thema „Gesundheitsstandort Deutschland“ sein zu dürfen. Ein Thema, welches mich, nicht nur beruflich, interessiert und bewegt.

Neben dem interessanten Thema wurde zudem noch mit spannenden Gästen wie Maria Höfl-Riesch und Altkanzler Helmut Schmidt „gelockt“ und ich wollte wissen, was diese Redner und Gäste mir für Eindrücke vermitteln und welche Impulse sie mir für mich und meine tägliche Arbeit geben würden.

Verwaltung des Mangels

So sprach Herr Dr. Bernhard gr.  Broermann, Gründer der Asklepios Kliniken z.B. von der hohen Arbeitsverdichtung in den Kliniken. In Deutschland kommt eine Pflegeperson auf 20 Patienten, während es in Spanien ein Verhältnis von 1:13, in der Schweiz von 1:9 und in den USA von 1:8 gibt. Dennoch belegen wir, trotz der hohen Arbeitsverdichtung, im Hinblick auf die Qualität unserer Medizin in Deutschland, immer noch einen Spitzenplatz.  Herr Dr. gr. Broermann sprach über den Klinikbetrieb in Deutschland allerdings von einer „Verwaltung des Mangels“ und davon, dass das System „ausgepresst“ sei. Echte Lösungen, außer der Erhöhung der Pro-Kopf-Pauschale, hatte er leider nicht parat.

Ohne Druck bewegt sich nichts

Nachdenklich hat mich der Ausspruch von Herrn Prof. Dr. med. Kuck gemacht, seines Zeichens leitender Kardiologe im Asklepios Klinikum Sankt Georg. „Ohne Druck bewegt sich nichts – in keinem System“. Dies bezog sich auf die Veränderungsbereitschaft der Wirtschaft und auch der Gesellschaft. Ich selbst erlebe diesen Ausspruch auch oft als vermeintlich wahr, frage mich aber auch immer wieder, ob es nicht doch auch anders gehen kann. Ist es denn in Bezug auf unsere Gesundheit und die Gesundheit unserer Mitmenschen, Klienten und Patienten immer erst nötig, „am Boden zu liegen“, bevor über das, was „falsch“ gelaufen ist und was in Zukunft anders sein sollte, nachgedacht wird? Und was heißt dieser Ausspruch bezogen auf das Thema BGM und Prävention in Betrieben aber auch allgemein?

Prävention als Schlüssel

Herr Dr. Baas, Vorstand der Techniker Krankenkasse, bezeichnete Prävention als Schlüssel, mit dem es uns gelingen kann, gesund zu altern und leistungsfähig zu bleiben.

Wie können wir es als Gesellschaft und damit auch in unseren Betrieben schaffen, diesen scheinbaren Gegensatz zwischen entstandenem Leidensdruck einerseits und dem Präventionsgedanken andererseits zu überbrücken?

Einen Ansatz könnte die Aussage von Frau Prof. Dr. Lehr, Ministerin Gesundheit a.D., liefern. „Prävention ist auch und vor allem Eigenverantwortung. Viele Alterskrankheiten sind alternde Krankheiten. Der Grundstock dafür wird oftmals schon in der Lebensmitte gelegt.“

Das würde bedeuten, dass es uns gelingen müßte, Menschen früh in ihren Lebenswelten zu erreichen und Prävention dort bereits fest zu verankern. Oder wie es Dr. med. Nina Sonntag von Airbus Operations sagte, „Gesundheit ist wie die Liebe, wenn Du sie nicht pflegst, ist sie eines Tags weg.“ Wenn es in unserer täglichen Arbeit am und mit dem Thema Gesundheit gelingen könnte, Menschen dies zu vermitteln, wäre das schon ein erster großer Schritt!

Dauerbrenner Demographie

Weiter ging es dann in den Gesprächen mit dem großen Thema demographischer Wandel und die Fragestellungen, die diesbezüglich auf die Unternehmen und die Gesellschaft zukommen. Das frühere Renteneintrittsalter von 63 Jahren wurde ebenfalls kritisch beleuchtet. Auch und vor allem bezogen auf die gesundheitlichen Folgen. „Menschen, die keine Aufgabe mehr haben, geben sich auf“, so die Ansicht von Frau Prof. Dr. Lehr. Gefolgt von der sehr provokanten These von Frau Dr. Sonntag, „Geht man früh in Rente, hat man mehr Zeit eine Demenz zu entwickeln“.

Bezogen auf die Thematik „Gesundheitsstandort Deutschland“ und die Problematiken des demographischen Wandels wäre ein flexibles Renteneintrittsalter sicher eine mögliche Lösung. Wer sagt, dass der leistungswillige Mensch ab Alter 67 nicht mehr leistungsfähig ist? Und wer will einem 63 jährigen Menschen nach 45 Jahren Berufstätigkeit vorwerfen, wenn er sich seiner voll und ganz seiner neuen Lebensphase zuwenden will? Ich bin jedoch ganz bei Frau Prof. Dr. Lehr, dass es Menschen gut tut, eine Aufgabe zu haben. Ob diese jedoch immer im beruflichen Umfeld zu suchen und zu finden ist, bleibt dahin gestellt.

Sind wir im Hinblick auf die Individualität der Menschen hier mit unseren Regularien zur gesetzlichen Altersrente nicht zu „übergriffig“? Täten wir nicht gut daran, diese Thematik individueller zu betrachten und nicht alle Menschen „über einen Kamm zu scheren“?

Lernen von „einem zähen Aas“

Am meisten an diesem Tag hat mich aber Helmut Schmidt, Altkanzler a.D., beeindruckt. Mit 95 Jahren geistig rege, humorvoll und immer noch sehr charismatisch. Sich selbst bezeichnete er als „zähes Aas“ im Bezug auf seine Gesundheit und jemand der sich selbst stets darum bemüht hätte, seine innere Gelassenheit und seinen Humor zu bewahren. Gerade in besonders aussichtslosen Situationen.

Und vielleicht ist das, Angesichts der ernst zu nehmenden Thematik „Gesundheit“ und „Gesundheitsstandort Deutschland, auch eine Haltung, die uns allen, bis zur Lösungsfindung für alle aufgeworfenen Fragen, am besten weiterhilft und die wir uns einmal mehr und immer wieder ins Bewusstsein rufen sollten:

 

Besser geht es mit innerer Gelassenheit und Humor!

 

 

 

 

 

 

 

A. Thranberend

Angélique Thranberend ist Dipl. Wirtschaftsjuristin (FH) mit 15 jähriger Erfahrung als Personalmanagerin in diversen Branchen, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Entspannungs- und Hypnosetherapeutin sowie zertifizierter Coach. Sie setzt sich mit voller Kraft für die Verbesserung der Arbeitswelt ihrer Klienten ein. Dazu arbeitet sie mit Unternehmen an der Schaffung von gesunden Rahmenbedingungen, die zum Erhalt der Leistungsfähigkeit und Motivation von Mitarbeitenden beitragen. Und sie zeigt Frauen in ihren Privaten Mentoring Programmen, wie sie sich ein BerufsLEBEN erschaffen, das wirklich zu ihnen paßt, sie ECHT sein und sie entlang ihrer Stärken und Werte leben und arbeiten läßt.

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