5 Anzeichen, dass Ihr BGM totgeritten ist

Sicher kennen Sie diese Weisheit der Dakota Indianer:

[clickandtweet handle=““ hashtag=““ related=““ layout=““ position=““]„Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, dann steig ab.“[/clickandtweet]

Auf der Suche danach, von wem dieses Zitat ist, bin ich auf eine Seite im Internet gestoßen, die mit einem Augenzwinkern aufzeigt, was häufig in Unternehmen passiert, bevor man erkennt, dass man ein totes Pferd reitet.

Hier ein kleiner Auszug:

  1. Wir besorgen eine stärkere Peitsche.
  2. Wir wechseln die Reiter.
  3. Wir sagen: „So haben wir das Pferd doch immer geritten.“
  4. Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
  5. Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
  6. Wir bilden eine Task Force, um das tote Pferd wiederzubeleben.
  7. Wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
  8. Wir ändern die Kriterien, die besagen, ob ein Pferd tot ist.
  9. Wir kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
  10. Wir machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen.
  11. Wir überarbeiten die Leistungsbedingungen für Pferde.
  12. Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.

Hand aufs Herz – welche dieser Strategien haben Sie in Ihrem Unternehmen schon selbst versucht oder beobachtet?

In unserem Kontext hier geht es vor allem um die Betrachtung von Gesundheitsmanagement Projekten (BGM).

Nehmen wir also an, Sie kaufen Jemanden ein, um Ihr BGM Projekt zu verwirklichen. Und nehmen wir weiter an,

·       dass dies nicht der erste Berater ist, der das Thema auf den Zettel bekommen hat

·       dass die anderen Berater auch alle schon keinen Erfolg hatten

·       dass es eigentlich schon viele gesundheitsförderliche Maßnahmen gibt, die alle nicht fruchten

·       dass man schon seit Jahren immer wieder versucht, das Thema ans Laufen zu bringen.

Hier liegt die Vermutung nahe, dass Sie, ohne es selbst zu ahnen, Jemanden beauftragt haben, um Ihr totes Pferd zu reiten.

Die gute Nachricht ist, dass der externe Berater in der Regel schon einiges gesehen und erlebt hat und recht schnell merken wird, wie es um das Thema bestellt ist. Selbst, und das unterstellen wir hier einmal, Sie es noch nicht gemerkt haben.  In diesem Fall kaufen Sie ja auch ganz klar die Expertise des Externen mit ein. Ich verstehe meine Rolle als Externe in diesen Fällen so, dass ich meine Beobachtungen und Eindrücke an die Geschäftsleitung oder den Vorstand spiegeln muß.

Dabei ist es auch schon vorkommen, dass

  • ein Thema dadurch Wiederbelebung erfährt
  • ein Thema umgedeutet und dadurch frischen Wind bekommt und wieder Fahrt aufnimmt
  • das Thema als „tot“ erkannt und gestoppt wird.

Was aber, wenn Sie sich keiner externen Unterstützung bedienen und die Einführung des strategischen BGMs´ intern bestreiten?

Woran können Sie selbst erkennen, ob Ihr BGM tot ist und Sie die Pläne zur Einführung bzw. Durchführung erst einmal ad acta legen sollten?

  1. Indiz, dass Sie ein totes Pferd reiten

Wenn Sie als Unternehmenslenker selbst nicht zu 100% hinter dem Thema BGM stehen, werden Ihre Mitarbeitenden dies spüren und das Thema nicht mit tragen. Allenfalls bleibt es bei einzelnen gesundheitsförderlichen Maßnahmen und damit Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF). Kennen Sie den Spruch: „Ohne GF bleibt es immer BGF“? Dem kann ich zu 100% zustimmen. Also seien Sie kritisch im Hinblick auf Ihre eigene Motivation bezüglich des Themas BGM.

  1. Indiz, dass Sie ein totes Pferd reiten

BGM wird als Benefit für die Mitarbeitenden verstanden und bei schlechten Ergebniszahlen aufgrund der Kosten immer wieder in Frage gestellt oder gestrichen. Wenn Ihnen der langfristige Nutzen nicht klar ist, wird diese Frage Sie immer wieder beschäftigen. Die richtige Grundhaltung zum Thema Unternehmensgesundheit muß einfach vorhanden sein, sonst wird es sich in Ihrer Wahrnehmung immer „nur“ um ein Incentive handeln, dass bei Bedarf gestrichen werden kann.

  1. Indiz, dass Sie ein totes Pferd reiten

Sie und Ihre Führungsmannschaft sind der Auffassung, dass Sie keine Verantwortung für das Thema Unternehmensgesundheit tragen. Es gibt eine Projektgruppe BGM und die soll sich kümmern. Sie sehen keine Zusammenhänge zwischen Ihrem Führungs- und Kommunikationsverhalten und den Krankheitsquoten oder anderen „ungesunden“ Rahmenbedingungen im Unternehmen.

  1. Indiz, dass Sie ein totes Pferd reiten

Auf der Maßnahmenebene bevorzugen Sie vor allem Maßnahmen, die als verhaltenspräventiv bezeichnet werden. Also direkten Einfluß auf das Verhalten von Mitarbeitenden nehmen sollen. Hier können Ihnen die Maßnahmen nicht ausgefallen genug sein.

Auf der sogenannten verhältnispräventiven Maßnahme, das sind die Maßnahmen, die die Rahmenbedingungen in Unternehmen verbessern, sehen Sie keinen Handlungsbedarf.

Nochmal zur Unterscheidung von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen lesen Sie hier.

  1. Indiz, dass Sie ein totes Pferd reiten

Die Krankheitsquoten sind auch 12 Monate nach Einführung des BGM noch gleichbleibend hoch. Sie stellen das Investment für das Thema BGM in Frage und überlegen, sämtliche Maßnahmen einzustellen.

Wenn Sie sich bei einigen dieser, zugegebenermaßen überspitzt dargestellten, Szenarien wiedererkannt haben, habe ich eine ernüchternde Nachricht für Sie:

Sie reiten ein totes Pferd und warum auch immer, Sie meinen, es weiter reiten zu müssen, steigen Sie besser ab und schonen Sie Ressourcen (Personal, Zeit und Geld)!

Kein Projektteam und kein Berater dieser Welt kann das Thema in Ihrem Unternehmen sinnvoll etablieren, solange Sie es nicht wirklich wirklich wollen.

Fazit

Auch wenn ich diesen Artikel natürlich mit einem zwinkernden Auge geschrieben habe, steckt sehr viel Erfahrung und Wahres darin, was Sie hoffentlich an der ein oder anderen Stelle zum kritischen Hinterfragen anregt.

BGM ist keine Allzweckwaffe und auch kein zeitlich begrenzbares Projekt. BGM ist ein Wert und eine Haltung!

Überlegen Sie sich vorher ganz genau, welche Probleme Sie mit welchem Tool lösen wollen und können.

Fällt Ihre Wahl auf BGM, geben Sie diesem großartigen Instrument die Managementattention, Aufmerksamkeit, Zeit und Ressourcen, um seine volle Wirksamkeit entfalten zu können.

Wenn Sie sich dabei Unterstützung wünschen, vereinbaren Sie gerne ein kostenfreies Kennenlerngespräch über den Pop Up Button Kontakt auf dieser Seite. 

A. Thranberend

Angélique Thranberend ist Dipl. Wirtschaftsjuristin (FH) mit 15 jähriger Erfahrung als Personalmanagerin in diversen Branchen, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Entspannungs- und Hypnosetherapeutin sowie zertifizierter Coach. Sie setzt sich mit voller Kraft für die Verbesserung der Arbeitswelt ihrer Klienten ein. Dazu arbeitet sie mit Unternehmen an der Schaffung von gesunden Rahmenbedingungen, die zum Erhalt der Leistungsfähigkeit und Motivation von Mitarbeitenden beitragen. Und sie zeigt Frauen in ihren Privaten Mentoring Programmen, wie sie sich ein BerufsLEBEN erschaffen, das wirklich zu ihnen paßt, sie ECHT sein und sie entlang ihrer Stärken und Werte leben und arbeiten läßt.

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